Vielleicht ist dein Leben kein To-do,
das endlich abgeschlossen werden muss.
Vielleicht ist Verantwortung kein Beweis dafür,
wie viel du aushälst.

Ordnung ist wichtig. Keine Frage.
Aber sie läuft nicht weg.

Gesundheit schon eher.
Zeit mit den Menschen, die du liebst, auch.

Und trotzdem verhalten wir uns manchmal so,
also wäre Zeit nachholbar,
Ordnung nicht nur eine flüchtige Momentaufnahme
und Erschöpfung verhandelbar.

Vielleicht, weil Ordnung einen Haken bekommt.
Ein „erledigt“.
Einen Beweis.

Während Nähe, Ruhe oder Lebendigkeit
keinen Haken bekommen,
kein „erledigt“,
keinen Beleg dafür,
dass man es richtig macht.

Vielleicht identifizieren wir uns manchmal so sehr mit dem,
was wir kontrollieren können,
weil das, was wirklich zählt,
nicht nachholbar ist,
nicht messbar
und die Wertigkeit ganz in uns selbst liegt.

Das macht Verantwortung plötzlich eng.

Doch vielleicht ist Verantwortung nicht das,
was alles ausfüllt.

Vielleicht ist Verantwortung das,
was man bewusst trägt –
und ebenso bewusst liegen lässt.

Vielleicht ist dein Leben
kein Projekt mit Abgabedatum.

Vielleicht entseht Raum nicht,
wenn alles erledigt ist,
sondern wenn du aufhörst zu glauben,
dass du erst fertig sein musst,
um gut zu leben.

Zeit ist da.
Raum beginnt dort,
wo du dir selbst
nicht mehr hinterherläufst,
und wenn du nicht mehr meinst,
dass du ihn dir verdienen musst.

Oder noch ehrlicher:

Dein Leben ist kein Projekt.
Verantwortung ist kein Dauerstress.

Zeit ist da.
Raum scheitert oft an alten inneren Verträgen.
Er entsteht nicht durch bessere Planung,
sondern durch schlechtere Selbstüberforderung.
Er beginnt oft mit einem inneren Nein.

Denn vielleicht fehlt dir kein Raum.
Vielleicht fehlt nur der Mut,
ihn nicht mehr zu rechtfertigen.

Bis bald,
Maike

Vielleicht zeigt sich genau dort, was entsteht, wenn nichts fertig sein muss.
Oder es öffnet den Blick dafür, wo der druck entsteht, alles zu Ende zu bringen.

Vielleicht ist jetzt der Moment für Wenn alles fertig sein muss.